Direkt zum Inhalt




Musikalischer Saisonabschluss beim Seesener Kulturforum

The McCalmans aus Schottland setzten die letzten Harmonien in eine erfolgreiche Kulturforums-Saison 2005/06. Das Trio mit Ian McCalman, Nick Keir und Stephen Quigg ist nicht nur Schottlands erfolgreichste Folkgruppe, sondern konkurriert auch bravourös mit der Folkmacht von der benachbarten grünen Insel. Vorab heizen die Seesener Knöteriche von Quasimodo, Urgestein aus der Harzregion, das längst zu adeln wäre, für die Schotten vor.

Es ist mehr als nur ein Vorprogramm, das Gerd Jung, Ingo Feix, Thomas Reichardt, Andreas Tappe, Volker Kilian und Rolf Kürschner bieten; es ist der erste Akt eines begeisternden Folk-Abends beim Seesener Kulturforum. I´ve just seen a face, ein Beatles-Ohrwurm-Oldie zu Beginn, amerikanisches um Jesse James, irisches um Murshin Durkin, a capella-Gesang, Honkey-Tonk-background, Einladung zum Square Dance (Louisiana...), Status Quo in Knöterich-Gewand, ... die Seesener Musiker zeigen ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm. Frozzelndes Lob denn auch von Ian McCalman: Quasimodo sei the best I´ve ever
seen (!), als wenn da nicht auch noch die Töne gewesen wären. Die McCalmans beginnen mit Bodhrán & Banjo. Bodhrán, die eigentümliche irisch-schottische Unterarmtrommel und das Banjo (a Bodrhán with strings!) passen zusammen als instrumental nightmare (Albtraum). Ian´s Plaudereien zwischendurch sind humorvoll, selbstironisch, der schottische Dialekt ist nicht immer leicht zu verstehen, aber alles kommt rüber. Wo nötig, wirft Nick Keir deutsche Fetzen ein.

Wenn das Liedthema ernst wird, schweigen die Instrumente: Das Trio singt über WMD (Massenvernichtungswaffen) a capella; Follow the heron home verabschiedet den Winter; im folgenden Instrumentaltitel dominiert Nick´s Tinwhistle. Er erklärt sie als Doodle ohne Sack. Die musikalische Palette ist farbig und vielfältig, die Klangfarben werden gemischt aus Gitarren, Banjo, Mandoline, Tinwhistle, Mundharmonika, Bodhrán, anderen spontanen Rhytmusgeräten und - nicht zu vergessen - dem wandelbaren Gesang. Die Themen sind vielfältig: Lieder über unerwiderte Liebe, über No more Whisky..., über Scots abroad, schottische Familiengeschichten, über Heimweh und über komische Typen: Sister Big Fat Norman. Die balladenhaften Lieder werden meist von Nick oder Stephen vorgetragen; Triogesang ist forsch und energisch; beeindruckend schließlich das von Stephen Quigg solo und bar jeder Instrumente vorgetragene Klagelied über The last of the great wales. The women in Dundee sprechen a very strong dialect (like bavarian!).
Im Zugabenteil kommt es schließlich bei Willi´s gone to Melville Castle zum Schulterschluss der McCalmans mit Quasimodo Knöterich. Aber es gibt noch mehr Leckerbissen, jetzt wieder allein von den Schotten vorgetragen: Die drei Titel sind kein Zugaben-Abgesang, sondern noch einmal Höhepunkte des Abends: Good Night, Sweetheart ist ein dreifach gebutterter Gesang in zarten Harmonien, I´ll sing you a song ein toller, romantischer Dreigesang und schließlich noch ein dreifaches Hallelujah.

Bericht: Joachim Frassl

Alle Bilder finden Sie bei uns in unserer Bildergalerie.

The McCalmans

Nachricht vom 4.5.06 09:37

zurück

Druckversion

 

 

Seitenanfang

 

 

 

 

 

 

 

Werbung
Werbung