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LaleLu & Basta in Seesen

A capella-Abend beim Seesener Kulturforum! Ein Abend des A-capella-Gesangs in der Aula: Das Seesener Kulturforum hatte aus Köln das Männerquintett „BASTA“ und aus Hamburg die Gruppe „LaLeLu“ eingeladen. Der Gesang findet - logisch - ohne Begleitinstrumente statt. Diese sind auch nicht nötig, haben die Gruppen doch nach Bedarf ihre „Rhythmusgeräte“, walking basses, Gitarren oder Trompeten rein vokal dabei.

„BASTA“ bestreitet den ersten Part des Abends. Rhythmischer Scatgesang eröffnet das Konzert, ein mundgerechtes „Drum-Solo“ fügt sich ein und komplettiert die Combo. Die Nebelmaschine auf der Bühne bringt die Atmo für den Titel „Sorgen in die Tonne“. Die überwiegend selbstproduzierten Texte sind intelligent, witzig und bergen unerwartete Pointen. Rene besingt seine neue Freundin (Tochter eines Schönheitschirurgen), die er stets unerwartet neu „angepasst“ erlebt. Es ist ein Lied über Tücken, Wiedererkennen und Verwechslungen. Das Überschätzen von Sex und „Lauch“ wird thematisiert; ein Pianist und Alimente sind Thema für Thomas im „Alleinunterhalter“. Ein schüchterner „Womanizer“ kommt zögernd zu Wort; eine „alte schwedische Volksweise“ („SOS“) bejammert Zellulitis und Pommes- Frittes-Ernährung; in „Du tropfst“ illustriert William, wie Duschwasser auf dem Laminat zu Tränen führt und das Problem fortsetzt; der „Bratislava Lover“ spielt musikalisch mit dem eigenen Titel. „BASTA“, das sind: Werner Adelmann, Thomas Aydintan, Andreas Hardegen, Rene Overmann und William Wahl. „BASTA“ bietet beste Unterhaltung, gewürzt mit Ironie und einem Schuss Comedy. Die Gruppe wird mit Standing Ovations verabschiedet. Als Dank dafür gibt es als Digestif eine köstliche Melange mit Marianne Rosenberg im Kehl-Duktus von Herbert Grönemeyer.

Die „LaLeLu“-Truppe, ganz in Weiß, beginnt mit einem mitreißenden „Brazil“-Feuerwerk, in dessen Rhythmus die deutschen Fußballhelden des vergangenen Sommers eingepackt sind. Vielleicht ist das die Lösung: Unsere Nationalelf endlich einmal ganz „südamerikanisch“! Literatur wird zu Musik, wenn Ernst Jandls „Ottos Mops“, Hugo Balls Lautgedicht „Karawane“ oder Hugo Wolffs „Reise nach Seesen im Januar 2004“ durch die Stimmbänder von „LaLeLu“ angeregt werden, vierstimmig, parallel, im rhythmischen Wechsel, leicht gestört durch Stoibers Stammeln. Tobias Hanf tönt als Zwickauer Salonbariton mit nie gesendeten Werbe-Arien; Peter Maffay, alias Jan Melzer, „...war 16“. Der kleine Sören Sieg blickt sehnsüchtig auf zu Sonja Wilts, aber diese landet auf eines Herren Schoß in der ersten Reihe („When I Fall In Love“). Ironie, Parodie, Spaß pur, verpackt in flexible und starke Stimmen, teilweise präsentiert in komplizierten Jazz-Harmonien. Ein Riesen-Medley zum Schluss führt durch die Hits des 20. Jahrhunderts und ist gespickt mit stimmlichen Parodien von Zarah bis Theo Lingen, Armstrong bis Udo Lindenberg.

Das begeisterte Publikum beim Seesener Kulturforum wird hier nicht nur mit Zugaben belohnt: Bei der anschließenden Autogramm-„Stunde“ im Foyer der Aula entschließen sich „BASTA“ und „LaLeLu“ zu einem spontan-gemeinsamen „For the longest time“. Das hat es bei fast 20 Jahren Kulturforum Seesen noch nicht gegeben!

Joachim Frassl

Fotos:

basta - A-cappella Quintett

basta - A-cappella Quintett

basta - A-cappella Quintett

basta - A-cappella Quintett

basta - A-cappella Quintett

LaLeLu -a-cappella comedy

LaLeLu -a-cappella comedy

LaLeLu -a-cappella comedy

LaLeLu -a-cappella comedy

LaLeLu -a-cappella comedy

Fotos: Antonio Mateo

Nachricht vom 13.11.06 18:02

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