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Götz Alsmann und Band

Unglaubwürdig schöne Märchen! Götz Alsmann und seine Band erwiesen dem „Seesener Kulturforum“ ihren besonderen Respekt, indem sie ihre Vorpremiere zur neuen CD „Mein Geheimnis“ nach Seesen legten, als anerkennendes Präsent zur 20-jährigen Geburtstagsfeier des Kleinkunstvereins. Alsmann, inzwischen zum vierten Mal in Seesen zu Gast, ist ein instrumentaler, singender und plaudernder Entertainer, der immer wieder das Publikum mitreißt und begeistert. Wie er das macht, ist dabei eigentlich gar nicht sein „Geheimnis“; aber wenn er dann von sich selbst Innerstes outet, muss man feststellen: Seine Märchen sind unglaubwürdig schön!

Wie ein Märchen stellt sich auch die Geschichte des Kulturforums dar: Ein Märchen, unglaublich, aber wahr. Wer hätte vor 20 Jahren an eine so lang dauernde Erfolgsgeschichte des Experiments „Kulturforum“ gedacht? Walter Kien, 1987er-Gründungsmitglied und von Beginn an Vorsitzender, begrüßte das Publikum, nannte beispielhaft die Namen der Künstler und Ensembles, die in den vergangenen 200 Veranstaltungen auf der Bühne des Kulturforums präsent waren, wies aber auch auf die finanziellen Sorgen von Kultur in der Zeit fehlender öffentlicher Mittel hin. Umso bedeutender Kiens Dank an die Sponsoren des Forums.

Götz Alsmanns Lieder sind Träumereien, Einladungen und Liebeslieder: „He, du großes Mädchen“, soll heißen: „Im Wagen ist Platz für zwei“. „Ein Gläschen Wein und du“. Dann plaudert er, begrüßt das Publikum, bringt sich als Gratulant „vollmundig“ ein: „Das hier ist einer unserer liebsten Veranstaltungsorte! - Was ist die Welt gegen Seesen!“ Das sind (schöne) Sprüche, etwa wie: „Der Ball ist rund“ und ähnliches. Ja, er spreche gern, „laber, laber...“, sprach´s und man merkt es: sprechen und Sprüche, das gehört zusammen, logisch: „Im Bundestag, das sind alles Duzbrüder von mir!“

Dann wird wieder musiziert, über das Indiskret-Sein, „wenn ich in Stimmung bin“ bis hin zum „Ende vom Regenbogen.“ - Danach wieder märchenhafte Minuten: Wow, was für ein Typ! Was für eine Kindheit! Als kleines Kind schon an einen Wanderzirkus verkauft. Auf Tournee in den Karpaten ... und schließlich, kurz vor dem Lüften seines „Geheimnisses“ der obligate Schlag auf den Hinterkopf. ... Aufwachen im tiefen, dunklen Wald bei vier Männern. Dunkel ist die Bühne auch! Geheimnisvoll das Gegenlicht, und da sind diese vier Männer: Alfred Maria Sicking spielt Vibraphone und Trompete, Rudi Marhold sitzt am Schlagzeug, den E-Bass bedient Michael Müller und Markus Passlick ergänzt den Gesamtklang durch färbende Percussion-Momente, zwischen Congas, Bongos, Schellen und allerlei Klangzeug.

Klein Götzi fragt sich „was will ich mal werden?“, Alsmann geht ins Publikum und fragt in der ersten Reihe nach: „Was sind Sie von Beruf?“ und dann singt er das Lied „Die alte Klofrau“, „Man muss an Wunder glauben“. Der Titel „Vorsicht“ wird mitreißend südamerikanisch präsentiert, hier kommt die Dominanz der rhythm section auf der Bühne sehr gut zum Ausdruck. Demgegenüber klingt der „Letkiss“ der 60-er Jahre altbacken und provozierend, ehe ihn Alsmann am Steinway-Flügel in Swing verwandelt. Spannend wird wieder das Unglaubliche, da er als Hobbyarchäologe in einer finsteren südfranzösischen Krypta verschüttete Ohrwurmnoten von Michael Jary und Heinrich Mackeben entdeckt, per Lieferschein und Vertrag durch einen unheimlichen Menschen mit Pferdefuß vermittelt. Ein weiteres Geheimnis des märchenhaften Vortrags, ehe auch sein Lied sagt: „Du bist mein Geheimnis“.

Nach der Pause präsentiert Alsmann sich und seine Ukulele solistisch. Beide träumen die Sehnsüchte der Berufsmusiker, einmal in der Carnegie Hall ... „seit 14 Monaten ausverkauft“ ... „und dann wache ich auf und spiele in Seesen!“ Und es ist gut, dass es so gekommen ist. Denn vor dem begeisterten Publikum in der zwar etwas kleineren, aber auch schon seit Monaten ausverkauften Seesen Hall - nach 20 Jahren Kulturforum und entwickelter Veranstaltungslogistik - lässt sich gut auftreten.

Nicht vergessen werden soll die künstlerische Glanzleistung von Markus Passlick, der als gelernter Percussion-Musiker sich an die hohe Tonkunst der Tinwhistle heranwagt und auf ihr das so zarte Lied „Greensleeves“ in ein heftig ohrenkratzendes Ausdrucksgemälde umwandelt, ein Lied voller Seelenqualen eines schüchternes Buben.

Zum Abschied heißt es: „Du hast mir gerade noch gefehlt“. Das begeisterte Publikum entlässt die Musiker nicht ohne Zugaben, noch einmal Ohrwürmer und „Küsse, ganz leicht“. Die an die Künstler überreichten Rosen segeln als Komplimente zu einzelnen Damen ins Publikum zurück.

Text: Joachim Frassl

Hier bereits die ersten Bilder des Abends!
(Alle Bilder gibt es hier: ===> Götz Alsmann & Band <=== )

Götz Alsmann und Band

Götz Alsmann und Band

Götz Alsmann und Band

Götz Alsmann und Band

Götz Alsmann und Band

Götz Alsmann und Band

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Götz Alsmann und Band

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Götz Alsmann und Band

Götz Alsmann und Band

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Götz Alsmann und Band

Fotos: Antonio Mateo

Nachricht vom 24.2.07 19:05

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