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Basta beim Seesener Kulturforum!

Fünf Schelme auf der Bühne des Seesener Kulturforums: basta. Eine Boy Group in den Charts auf dem (Um-)Weg über Seesen nach oben? Basta! Das a capella Quintett aus Köln verpackt die klassische Kunst des a capella-Gesangs modern, rhythmisch vielseitig und in stimmlich selbsterzeugte Instrumentalbegleitungen.

Die Musiker - wie jung oder etwas älter sind sie? - sind stimmlich stark und flexibel, es gibt anscheinend keinen Stammplatz für Tenor- Bariton- oder gar Counter-Stimme für Werner Adelmann, René Overmann, Thomas Aydintan und William Wahl. Allein Andreas Hardegen hat den Bass gepachtet; der ist, wenn er ihn solistisch präsentiert, zu erstaunlichen Tiefen fähig (Kein Wunder: Ein langer Körper hat längere Stimmbänder!).

Bei den fünf Boys geht es textlich natürlich um die mehr oder weniger tragischen Alltagserfahrungen mit den Girls, ironisch gebrochen in Missverständnissen und Weltklugheiten. Die Erfahrungen mit der Tochter eines Schönheitschirurgen, mit der früheren Klassenkameradin Julia, mit Gerät-Anmeldungen bei der Schönen von der GEZ werden zu Zweideutigkeiten, die Welt zu betrachten. Wer hat eigentlich gesagt... Die eigene Perspektive ist wichtig, basta! Die doppelten Bedeutungen sind witzig, unaufdringlich und werden verstehend quasi zwischen den Zeilen wahrgenommen. Die Gruppe aus Köln hat schlitzohrigen Humor, mit viel Selbstironie, aber auch mit romantischen Träumen, Witz ganz ohne Karneval: Surfen gehen am Rhein. Basta besingt eine gesellschaftliche Randgruppe: Die Spielerfrauen im Fußballgeschäft haben immer blonde Haare.

Die Texte überzeugen inhaltlich, aber auch weil sie mit Sprache spielen. Subtile Kalauer machen die ernsthafte Überzeugungsarbeit der Zwischenconferencen einsichtig, so auch, wenn eindringlich vor den Disco-Drogen gewarnt wird, besonders in der Mischung von Cola und Bier, weil man daran col(l)abiert. Werners Disco-Tanz beeindruckt, aber auch immer wieder die gesamte Bühnenperformance von Basta. Die a capella-Gruppe erzeugt sich die instrumentale Begleitung und die rhythm section selber, so dass man erst am Schluss der einzelnen Titel wieder gewahr wird, dass hier große a capella-Kunst geboten wird: Die Schlussakkorde, fünfstimmig gebrochen präsentiert, verschmelzen zum Ohrengenuss. Ramstein wird parodiert, ABBA bekommt die Chance für einen Auftritt beim Seesener Kulturforum (SOS als schwedische Volksweise), das Publikum wird gesanglich einbezogen, Mitklatschen ist sowieso immer wieder angesagt.

Der Bratislava Lover beendet das offizielle Basta-Programm in Seesen (Wir sind wie wir sind) und das Publikum dankt den Musikern mit kräftigem Applaus. Basta antwortet mit Ohrwurm-Zugaben: For The Longest Time wird ohne Mikros gesungen (ein klassischer a capella-Genuss!), In einem unbekannten Land startet die Biene Maja einen Rundflug durch die Aula und schließlich lässt René Marianne Rosenbergs Schwager Herbert den Kehl-Duktus Grönemeyers zu purer Musik werden. Basta bot beste Unterhaltung und wird zum Schluss mit Standing Ovations verabschiedet.

Joachim Frassl


Und hier die ersten Fotos vom Abend! Eine Bildauswahl mit über 100 Bildern folgt in Kürze.

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

BASTA beim Seesener Kulturforum

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BASTA beim Seesener Kulturforum

Fotos: Antonio Mateo / Jana-Maria Nickel

Nachricht vom 13.1.08 17:40

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