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Das Geheimnis des Götz Alsmann beim Seesener Kulturforum

Die diesjährige Saisoneröffnung beim Seesener Kulturforum brachte mit Götz Alsmann & Band sofort ein Highlight auf die Bühne der Aula. Mein Geheimnis heißt das Programm. Schon vor eineinhalb Jahren an gleicher Stelle bemühte sich das Seesener Publikum, sein Geheimnis zu verstehen. Da es prinzipiell unergründbar bleibt, war auch die Zweitauflage geheimnisvoll.
Vor Beginn der Veranstaltung würdigte Beobachter-Verlagsleiter Dietmar Kelm die Arbeit des Kulturforums und übergab zwei neue Mitarbeiter (Zuständigkeitsbereich: Künstler-Autogramme!), die in Zukunft im Aula-Foyer ihren Platz finden sollen: Es sind die bekannten Lausebengel, die seit einiger Zeit auch andere Seesener Plätze besetzt halten.

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Es sind unglaubwürdig märchenhafte Abstrusiaden, die Götz Alsmann erzählt, daneben sind die Lieder poetisch und gleichermaßen rhytmisch mitreißend, wie er sie dem Publikum präsentiert. Seine Lieder sind Träumereien, Einladungen und Liebeslieder: „Hey, großes Mädchen“, soll heißen: Im Wagen ist Platz für zwei. „Ein Gläschen Wein und du“. Dann plaudert er, begrüßt das Publikum. Das hier in Seesen sei einer seiner liebsten Veranstaltungsorte, so betont er. Ähnliches hört man wahrscheinlich auch anderwo, geografisch angepasst.

Alsmanns Spiel ist in die Band eingebunden; das sind diese vier Männer: Alfred Maria Sicking spielt Vibraphone und Trompete, Rudi Marhold sitzt am Schlagzeug, den E-Bass bedient Michael Müller und Markus Passlick ergänzt den Gesamtklang durch färbende Percussion-Momente, zwischen Congas, Bongos, Schellen und allerlei Klangzeug. Eigentlich ist die ganze Bühne eine in sich geschlossene rhythm section, der man manchmal - bei den südamerikanisch sich gebärdenden Titel - mehr Trompetenklang wünschen möchte. Vorsicht, Vorsicht wird mitreißend südamerikanisch präsentiert.

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Spannend wird wieder der unglaubliche Monolog des Götz, da er als Hobbyarchäologe in einer finsteren südfranzösischen Krypta verschüttete Ohrwurmnoten von Michael Jary (Ausgerechnet Du) und Heinrich Mackeben (Bei Dir war es immer so schön) entdeckt, per Lieferschein und Vertrag durch einen unheimlichen Menschen mit Pferdefuß vermittelt. Ein weiteres Geheimnis des märchenhaften Vortrags, ehe er singt: „Du bist mein Geheimnis“, dieser Titel stammt von Willy Berking. Alsmann ist auf der Suche nach den alten Ohrwürmern; aber er spielt auch sich selbst: Wie immer, Indiskret oder die Zugnovelle. Schließlich tanzt Tschaikowskys Puppenfee einen Mambo. Zu den Ohrwürmern von Jary und Kollegen gesellt sich der einiges jüngere Wiener Gerhard Bronner (Der blaue Montag); die Titel werden mal jazzig, mal bluesig oder südamerikanisch verwandelt, sie reißen mit oder hämmern den allbekannten Letkiss-Rhythmus in die Instrumente, ehe ihm Alsmann am Steinway swingende Flügel verleiht. Bissige Ironie paart sich mit Sentimentalitäten um „Die alte Clofrau“ am stillen Ort.

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Nicht vergessen werden soll die künstlerische Glanzleistung von Markus Passlick, der sich als gelernter Percussion-Musiker an die hohe Tonkunst der Flöte heranwagt und auf ihr das so zarte Lied „Amazing Grace“ in ein heftig ohrenkratzendes Gefühl umwandelt: ein Traditional um Seenot, Gelübde, Sklavenarbeit und Billiglohnlandverlagerung.

Das begeisterte Publikum entlässt die Musiker nicht ohne Zugaben, noch einmal Ohrwürmer und Küsse, „ganz leicht“. Die an die Künstler überreichten Rosen segeln als Komplimente zu einzelnen Damen ins Publikum zurück.
Joachim Frassl

Hier die ersten Fotos.

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Goetz Alsmann und Band in Seesen

Alle Fotos finden Sie hier: Fotos Götz Alsmann & Band 2008
Archivfotos aus 2007: Fotos Götz Alsmann & Band 2007

Fotos: Anna-Lena Antl u. Antonio Mateo

Nachricht vom 3.9.08 18:41

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