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Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Klassisches Politkabarett, jedoch nicht „altbacken“! Seit über 28 Jahren ist Matthias Deutschmann auf deutschen Bühnen unterwegs. Mittlerweile mit seinem 11. Soloprogramm „Die Reise nach Jerusalem“. Ständiger Begleiter des Kabarettisten ist sein Cello, mit dem er die Akzente zu seinem Programm setzt. Feuerrot leuchtet der Kasten im Scheinwerferlicht auf der dunklen Bühne. Der 50-Jährige verzahnt die Gegenwart mit der Vergangenheit und beschreibt uns, warum es ist, wie es ist. Das ist hochintellektuelles Kabarett, welches ohne Arroganz und Besserwisserei auf das Seesener Publikum einprasselt. Deutschmanns Soloprogramm bewies einmal mehr, dass er die kunstvolle Sprach-Improvisation des Kabarettisten beherrscht, und somit aktuelle Themen in sein Programm einfließen lassen kann.

Vom ersten Moment begeistert er das Publikum, welches gerne seiner schönen, tiefen, manchmal fast schnurrenden Stimme lauscht. Deutschmann zeigt sich nicht eindimensional oder gar plakativ. Er setzt messerscharfe Kommentare ohne Meinungen vorzupredigen und lässt sein Publikum selbst denken. Darunter die Aussicht die drohenden Klimakatastrophe zu vermeiden, wenn der kommende Atomkrieg im Nahen Osten stattfände und mit der verbundenen Staubentwicklung wenigstens die laufende Erderwärmung gestoppt werden könnte. Auch die Ähnlichkeit der Namen Obama und Osama kommen auf den Tisch. Immer wieder greift er sich sein Cello. Streichübungen folgen, unterbrochen von musikalischen und verbalen Spitzen auch zu alltäglichen Themen wie GEZ und GEMA. Ein Cellist im Kampf gegen GEMA-Gebühren. "Selbst dieses Lied welches ich jetzt anspiele ist geschützt, also belassen ich es bei wenigen Takten“. Manchmal genießt Deutschmann einfach nur nachdenklich die Töne seines Cellos, ohne sich um sein Publikum in der Aula zu kümmern.

"Die Reise nach Jerusalem" soll wachrütteln, er spricht Reizthemen an und Wahrheiten aus. Doch er spricht auch von sich selbst, aus seinem Leben als Kabarettisten, seinen Reisen mit dem Cellokasten, die früher deutlich einfacher „im Transport“ waren und natürlich aus seiner Jugend, der „68er Generation“. Deutschmann, selbst Jahrgang 58 und mit zehn Jahren schon als Demonstrant in Betzdorf an der Sieg (seinem Geburtsort) aktiv, ist fasziniert von dieser Zeit. Matthias Deutschmann zählt zu den großen Kabarettisten. Mit seiner Mimik und tiefen Stimme balanciert er völlig losgelöst zwischen feiner Ironie und beißender Satire. 120 Minuten glänzende Unterhaltung auf hohem intellektuellem Niveau. Nach der obligatorischen Zugabe verabschiedete sich Deutschmann von zufriedenen Gästen mit dem Versprechen wiederzukommen, nach Sehusa.

Antonio Mateo

Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

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Foto Matthias Deutschmann beim Seesener Kulturforum

Alle Fotos finden Sie hier: Fotos Matthias Deutschmann 2009

Nachricht vom 8.5.09 17:37

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