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The Sound of Islands - Willy Astor und Band beim Seesener Kulturforum

Erfahrungsgemäß zieht es die Bayern nicht besonders stark „in den hohen Norden“, doch Willy Astor aus München hat es mit seiner Band gewagt, nach Seesen zu kommen. Aus dem noch höheren Norden Hamburgs waren zudem sogar Fans angereist, um die Live-Chance beim Seesener Kulturforum zu nutzen. Willy Astor, hinreichend bekannt als kabarettistischer Gitarrist und Sprachspieler, kommt mit seriöser Musik und Musikern und rein instrumental in Seesen an. Den Kabarettisten spürt man nur in den Conference-Phasen. Immerhin spricht Willy Astor ein Lob aus: Es sei dem „hartnäckigen und charmanten Bemühen des Kulturforum-Chefs“ letztendlich zu verdanken, dass man nach Seesen gekommen sei.

Beteiligt am Projekt „The Sound of Islands“ sind auf der Bühne Martin Kälberer (Piano und Percussion), Titus Vollmer (Gitarre) und Kiko Pedrozo (Harfe), alles Vollblutmusiker mit Hang zu einem breiten Instrumentenspektrum: Wer kennt „die Hang aus Bern“? Wer kann den Anton-Karas-Ohrwurm zum „Dritten Mann“ auf Gitarre kopieren? Wann erklang schon einmal eine echte Hawaiigitarre aus dem Jahr 1943 auf einer Seesener Bühne? Wer spielt die 38-saitige „Volksharfe“ volkiger als Kiko? Wie klingt ein indisch-bayrischer „Curry-Ländler“? Musikalische Ergänzungen durch Vibrandoneon, Akkordeon im Musette-Register, Bouzouki, Ukulele; insgesamt warten etwa ein Dutzend Saiteninstrumente auf ihren Anschlag.

Mit „The Sound of Islands“ verwaltet Willy Astor seit neun Jahren sehr erfolgreich “eine zweite Schublade”, neben seinem Kabarettfach: Astor, zunächst solo auf der Bühne, präsentiert die musikalische Wandlungsfähigkeit des Gitarrenklangs („Höhenflug“ und „Der Dritte Mann“); Martin Kälberer gesellt sich hinzu und mit dem steel-drum-ähnlichen Hang entstehen in „Aurum“ neue Klangwelten. In kompletter Besetzung beginnt die musikalische Weltreise zunächst in Andalusien („Amigo Para Siempre“), führt nach Hawaii, weiter nach Tansania zu einer Morgenstimmung am „Kilimandscharo“. Laute der afrikanischen Natur leiten Willy zu einer Melodie, Martin Kälberer zu „Gesang“ und die Saiten zum Rhythmus. Die Klangwelt unter Wasser („Nautilus“) fließt, der „Zigeuner-Swing“ hat Feuer. Immer mehr gerät Südamerika in das Visier der Musiker: Der „Tango della Esperanza“ ist ein Höhepunkt des Abends beim Seesener Kulturforum.

Die Inselklänge sind feinfühlige Musik, sauber und sehr sensibel gespielt, die Klangteppiche erhalten ihre Bilder takt- und sequenzweise. Das große Finale spielt in den Zugabenblock hinein. Der „Welthit Medley“ lässt das Publikum teilhaben am Wiedererkennen von Ohrwürmern, von „Besame Mucho“ bis „Bonanza“, von „Pippi Langstrumpf“ bis „Miss Marple“. Zum Schluss bei der „Bühnenrandserenade“ unplugged stehen die Musiker ganz vorn. Das Publikum erhebt sich für stehende Ovationen. Fazit: ein opulenter musikalischer Genuss mit Willy Astor & Band.

Joachim Frassl

Foto: Antonio Mateo

Foto: Antonio Mateo

Foto: Antonio Mateo

Foto: Antonio Mateo

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Foto: Antonio Mateo

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Nachricht vom 18.1.11 10:34

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